Dass die eigene Karriereseite der wichtigste Kanal ist, um Ihre Employer Brand/Arbeitgebermarke zu kommunizieren, hat sich erkennbar, noch nicht bei allen herumgesprochen. Es besteht Handlungsbedarf, das beweisen die Ergebnisse der Erhebung von der Beratungsfirma Ned Federation. Hierbei wurden 75 Karriereseiten deutscher Konzerne unter die Lupe genommen.

Untersucht wurden unter anderem, wie professionell das Employer Branding auf großen Karriereseiten umgesetzt wird, wie ansprechend sich die User Experience beim Seitenbesuch und Bewerbungsprozess gestaltet und wie dialogfreudig sich die Unternehmen präsentieren. Das Gesamtergebnis ist, nun ja, nennen wir es durchschnittlich. Es konnten 1000 Punkte erreicht werden, Fresenius SE & Co. KGaA ist der Spitzenreiter mit 675 Punkten. Wenn auch Sie das Gefühl haben, dass Ihre Karriereseite ein wenig trist ist und Sie das Projekt bereits auf Ihrer Agenda stehen haben, dann habe ich in diesem Artikel einen Leitfaden/Ratgeber für Sie. Dieser verwandelt Ihre Karriereseite zu einem Bewerbermagneten.

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Foto: William Iven_seo-758264/Pixabay.com

Zunächst sollte die Aufmerksamkeit auf Ihre Karriere-Website gelenkt werden. Sie wissen ja, jeder Besucher Ihrer Website ist auch ein potenzieller Bewerber. Am naheliegendsten ist es, den Karriere-Button in der Hauptnavigation zu platzieren. Das ist schon bei sehr vielen Webseiten der Fall. Aber denken Sie bitte auch an jegliche Hinweise in Form von Text-/Bild-Teasern und/oder auch Bannern, natürlich nur in den  relevanten Bereichen Ihrer Corporate Website. 

SEO (Search Engine Optimization – Suchmaschinenoptimierung)

Heutzutage wird ja bekanntermaßen alles gegoogelt. Jetzt stellen Sie sich vor, Sie werden über relevanten Content aufgelistet und gefunden. Das ist der Idealfall. Hierfür sollten Sie sich mit SEO, also der Suchmaschinenoptimierung beschäftigen. Denn wer Sie bereits als Arbeitgeber auf dem Schirm hat, der besucht Ihre Unternehmensseite ja ohnehin. Erreichen wollen Sie diejenigen, die Sie noch gar nicht kennen. So erzielen Sie über SEO, zusätzliche Reichweite. Das gehört zur Pflicht, eines jeden Verantwortlichen.

SEM (Search Engine Marketing – Suchmaschinenmarketing)

Über Google AdWords können Sie ebenso beim Kandidaten ins Auge fallen. Dies gelingt anhand von Suchmaschinenmarketing. Stopp. Was sind AdWords nochmal?

„AdWords ist der wohl bekannteste Dienst der Firma Google Inc. Schätzungen zufolge erwirtschaftet Google mit AdWords über 80 % seiner Einnahmen. Werbetreibende können prominent platzierte Anzeigen in den Suchergebnissen für bestimmte Keywords oder Keyword-Cluster schalten lassen. Für jeden Klick auf eine Anzeige zahlt der Werbetreibende einen durch ein Biet-System festgelegten Betrag an Google. Die hinter den Anzeigen verlinkten Landingpages sind oftmals eigens für AdWords konzipiert. Für die meisten Firmen sind AdWords Anzeigen ein unverzichtbarer Teil ihrer Marketing-Kampagnen.“ (https://www.seo-kueche.de/lexikon/adwords)

Nun haben Sie das Augenmerk Ihres Kandidaten durch die Schaltung von AdWords auf sich gezogen. Jetzt gilt es, die in wenigen Zeilen geschürten Erwartungen zu erfüllen. Das klappt mit einer Landingpage, jedoch scheitert der Großteil der Unternehmen daran.

Vermeiden Sie diese Fehler

Wieso haben die untersuchten Unternehmen denn überhaupt so schlecht abgeschnitten?

In den bewerberorientierten Kategorien zeigten sich viele Schwachpunkte.

Kaum HR-Blogs, auf kununu wird zu selten verwiesen, zu wenig Storytelling, keine oder floskel artigen Tipps für Bewerber,geringe Chat und digitale Dialogmöglichkeiten und noch selten war die Option für eine One-Klick-Bewerbung aufweisbar. Wie Sie sehen, das Interesse des Bewerbers steht hierbei nicht im Fokus, aber genau darum geht es doch. Gegenwärtig müssen sich Unternehmen deutlich stärker bei den Kandidaten bewerben und sie vom künftigen Arbeitsplatz überzeugen als umgekehrt.

Foto: Gert_Altmann_business-idea-534228/Pixabay.com

Potenzielle Bewerber fesseln – ENGAGE

Die Auffindbarkeit

Was nützt Ihnen das schönste Layout, die strahlendsten Mitarbeiterbilder, die besten Einblicke in Ihr Unternehmen, wenn Ihre Website nicht gefunden wird? Wie das geht, habe ich schon in den vorherigen Punkten erläutert. Wir gehen davon aus das der Nutzer sich nun auf Ihrer Unternehmensseite befindet. Jetzt müssen Sie dafür sorgen das der potenzielle Bewerber auch auf Ihrer Seite bleibt – Sie müssen Ihn fesseln, um einen Bewerber aus ihm zu schaffen. Dem Nutzer wird klar, Sie sind ein hervorragender Arbeitgeber. Jedoch bringt ein super animierter Header allein leider nichts, weder Ihnen noch dem Nutzer. Es muss ersichtlich sein welche Informationen sich auf der Website befinden. Hier kommt „Above the fold“ ins Spiel. Noch nie davon gehört?

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Der Begriff „Above the fold“

Der Ausdruck “Above the fold” stammt aus dem Druckereiwesen. Zeitungen werden in der Mitte gefaltet und den Lesern so angeboten. Auf den ersten Blick sieht man also nur den oberen Bereich des Titelblatts. Die Knicklinie wird als “fold” oder auf Deutsch als Falz bezeichnet. Die Redakteure der Zeitungen nutzen den sofort sichtbaren Bereich oberhalb dieser Linie, um die Aufmerksamkeit mit aktuellen Storys, interessanten Überschriften und imposanten Bildern zu erregen und die Menschen zum Kaufen anzutreiben. Auf Webseiten ist der Bereich „above the fold“ der Abschnitt, den die Nutzer sofort sehen können, ohne dass sie scrollen müssen. Das ändert sich auch in Zeiten von unterschiedlichsten Bildformaten und damit verbundenen Endgeräten nicht. (Verweis: Der Begriff “Above the fold”)

Navigation

Der Besucher Ihrer Webseite will stets den Überblick behalten und sich nicht verloren vorkommen. Das gelingt mit einer einfachen und übersichtlichen Navigation. Enthält die Navigation zum Beispiel sehr viele Punkte und Unterpunkte, gelangt der Besucher nicht sofort zu seinem gewünschten Ziel. Das Fazit von all dem wird sein, dass der Nutzer Ihre Seite schnell wieder verlässt. Planung ist das Stichwort. Der Home-Button, also der Link zur Startseite ist hier das Minimum. Zusätzliche Orientierung schafft die Breadcrumb-Navigation (Pfad-Navigation).Selbstverständlich ist, das die Menüpunkte so benannt sind, dass man weiß was sich dahinter verbirgt.

Hilfreicher Tipp für Sie: Betrachten Sie jede Unterseite Ihrer Website als Startseite, denn Sie wissen ja nicht woher der Nutzer kommt.

Headline/Überschriften – das ist wichtig

Bei Headlines oder auch Überschriften, sollte klar erkenntlich sein um was es geht, im Idealfall erregen sie Aufmerksamkeit beim Bewerber und natürlich dienen sie auch der Orientierung. Insbesondere gilt das für H1-Überschriften also Hauptüberschriften, aber auch Zwischenüberschriften sind wichtig und konkret zu formulieren. Platzieren Sie am besten, wichtige Schlüsselwörter, die im Kontext des präsentierten Inhalts stehen. Haben Sie beispielsweise eine Seite, auf der Sie die Ausbildung zum Kaufmann für Marketingkommunikation (m/w/d) vorstellen, sollte also die Unterseite die entsprechende Überschrift tragen. Das hilft nicht nur dem Besucher Ihrer Website, das hilft auch Google und damit ebenso Ihnen gefunden zu werden.

Zielgruppenansprache

Fachkräfte sollten anders angesprochen werden als beispielsweise potenzielle Azubis. Aufgrund dessen ist es umso wichtiger das Karriereseiten zielgruppengerecht geschaltet werden. Um eine Zielgruppe zu konkretisieren könnte die Persona-Technik helfen. In „Stellenanzeigen erfolgreich formulieren“, bin ich schon ausführlicher auf das Thema eingegangen. Personas sind nämlich fiktive Nutzerprofile, die die Intentionen, Präferenzen und Eigenschaften beschreiben. So können verschiedene Szenarien durchgespielt werden und nutzerrelevante Inhalte definiert werden. Sie als Arbeitgeber sind so imstande verschiedene Zielgruppen anzusprechen und die Nutzer so zu den jeweiligen Seiten und Informationen zu navigieren. So werden Absolventen und/oder Berufserfahrene, mit Interesse an Aufstiegsmöglichkeiten, dazu informiert. Um die Karriereseite bekannt zu machen, lässt sich die URL zum Beispiel in Stellenanzeigen oder in die E-Mail-Signatur einbinden.

Überzeugende Bilder und Videos

Hier zählen nicht die unzähligen Behauptungen, sondern das Aufzeigen der Fakten. Selbstverständlich steht bei Ihnen der Mitarbeiter im Mittelpunkt, natürlich haben Sie einen ergonomisch eingerichteten Arbeitsplatz und außerdem auch eine hervorragende Kantine. Aber das behaupten leider sehr viele von sich. Zeigen Sie es auch. Nichts kommt beim Bewerber so gut an wie ein Bild aus der Praxis. Wie sieht es in Ihren Räumlichkeiten wirklich aus? Zeigen Sie wie die Arbeitswelt bei Ihnen nun mal wirklich aussieht. Spielen Sie mit offenen Karten, schließlich verwendet der Bewerber auch kein Bild aus dem Internet für seine Bewerbung. Natürlich müssen die Bilder auch im Kontext des Textes stehen. Seien sie authentisch, denn Bilder haben noch den wünschenswerten Nebeneffekt, dass sie auch für Google hoch bedeutsamer Content sind. Das können Sie alles noch übertreffen, in dem Sie sich als Arbeitgeber in Videos präsentieren.

Unique Employer Propostition (UEP)

„Die Unique Employment Proposition (UEP) steht im Rahmen des Employer Branding für ein einzigartiges Unternehmensmerkmal. Sie zeigt, welche Eigenschaften und Charakteristika das Unternehmen von allen übrigen abhebt und für potenzielle Mitarbeiter dadurch einzigartig werden lässt.“ (Quelle: www.employer-branding-now.de)

Dementsprechend sollten Sie darstellen, über welche Alleinstellungsmerkmale Ihr Unternehmen auf dem Arbeitsmarkt verfügt. Wie und womit unterscheidet sich Ihr Unternehmen von der Konkurrenz? Welche Merkmale zeichnen Sie aus? Ihr Ziel ist es doch für ihre gewünschte Zielgruppe der Employer of Choice zu sein, demnach bauen Sie mit diesem Instrument eine starke Arbeitgebermarke auf. Denken Sie daran, dass sie mit einer profilscharfen Arbeitgebermarke, Recruiting Investitionen reduzieren und trotzdem die Chance auf qualifizierte Bewerbungseingänge erhöhen.

Das A und O: Mobile Optimierung (Mobile Usability) und Ladezeiten

In einer Studie von Google wird sichtbar, dass die Absprungrate von einer auf zehn Sekunden um 123 Prozent ansteigt. Im Vergleich dazu erhöht sich die Absprungrate von einer auf drei Sekunden Ladezeit nur um 32 Prozent. Klar ist, dass seit Juli 2018 die Ladezeit ein Rankingfaktor ist, wenn auch kein besonders schwerwiegender. Viel wichtiger ist die Bedeutung der Ladezeit für die User Experience. Wer wartet schon gerne, das macht einfach keinen Spaß.

Einklinker: Möchten Sie Ihre Ladezeit bestimmen? So gibt es unter anderem das Tool „Google Lighthouse“. Es liefert eine Bewertung der Website-Performance und einen damit verbundenen Punktwert.

Denn sicherlich wissen Sie das großformatige Animationen oder Bilder die Ladezeiten enorm erhöhen können. Insbesondere bei der mobilen Variante sollten Sie also sparsam damit umgehen. Apropos, mobile Variante sprich Mobile Optimierung (Mobile Usability). Immer mehr Bewerber greifen über mobile Endgeräte wie Smartphone oder Tablet auf die Karriereseite zu. Auch aufgerufene/geöffnete Stellenanzeigen müssen optimiert werden. Ideal wäre es, wenn sich Bewerber auch per mobilem Device bewerben können. Eine einfache Navigation, Mobile Optimierung und schnelle Ladezeiten tragen zu einer verbesserten User Experience bei. 

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Karriere-Website als Bewerbermagnet

Merkwort „Cultural fit“!, darum geht es schlussendlich auch. Es ist von enormer Relevanz das Sie sich als Arbeitgeber darstellen, wie Sie wirklich sind. Mittels Text, Bild und Video sollte ein möglichst den Tatsachen entsprechendes Bild von Kultur und Werten vermittelt werden. So kann der Bewerber so eine Art „Self-Assessment“ durchführen. Weitestgehend beantworten sich Fragen wie: „Passen das Unternehmen und ich überhaupt zusammen?“ Das erleichtert Ihnen ihr Recruiting auffallend. Denn so bewerben sich weniger unpassende Kandidaten und Sie haben Zeit für andere wichtige Aufgaben. Schließlich geht es Ihnen ja auch nicht um möglichst viele, sondern um möglichst passende Bewerber. Sind Sie der Meinung das Amazon, Ebay und Co. nur ansatzweise so erfolgreich wären, wenn sie einen verzwickten und komplizierten Bestellvorgang hätten wie manch Karriereseiten es haben? Oder wenn Sie in Google nicht aufzufinden wären? Es geht kein Weg an der Suchmaschinenoptimierung vorbei.

Foto: Gert Altmann/Pixabay.com

Die Karrierewebsite ist das Herzstück Ihres Recruitings

Versetzen Sie sich stets in die Lage Ihrer Kandidaten, denken Sie an deren Bedürfnisse, bieten Sie entsprechend relevante Informationen, bleiben Sie authentisch und ehrlich, analysieren Sie ihre Webstatistiken und bieten Sie Unterhaltung und positive Erfahrungen auf Ihrer Karriereseite. Die Bewerber werden immer anspruchsvoller, so müssen HR-Verantwortliche lernen damit umzugehen als auch konsequent darauf einzugehen.

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